IReF & BIRD Beratung:
Vorbereitung & Gap-Analyse
Der größte Umbruch im europäischen Meldewesen steht bevor. Wir analysieren Ihre Datenlücken und machen Ihre IT-Architektur IReF-ready.
Vom Formular zum granularen Datensatz
Mit dem Integrated Reporting Framework (IReF) verabschiedet sich die EZB von aggregierten Meldeformularen. An deren Stelle tritt die Pflicht, granulare Einzelgeschäftsdaten zu liefern – standardisiert, redundanzfrei und in enormem Detailgrad.
Dies ist keine reine Fachaufgabe für das Meldewesen, sondern eine massive Herausforderung für die Data Warehouse Architektur. Banken müssen ihre Datenhaushalte so umbauen, dass sie das standardisierte Datenmodell BIRD (Banks Integrated Reporting Dictionary) bedienen können.
Aktueller Stand: Nach Abschluss der Kosten-Nutzen-Analyse (CBA) arbeitet das Eurosystem an der Finalisierung der IReF-Verordnung und der technischen Infrastruktur. Der Go-Live bleibt für 2029 geplant – die Komplexität der Datenmodellierung verzeiht keinen späten Start. Nutzen Sie die Vorlaufzeit für eine zukunftssichere Architektur.
Was ist IReF?
Die Pflicht: Eine Verordnung der EZB, die bestehende statistische Meldungen (AnaCredit, SHS, BSI, MIR sowie nationale Statistiken) in einem einzigen, integrierten Framework zusammenfasst.
- Integrität: Ersetzt diverse Meldungen & nationale Besonderheiten.
- Scope: Meldungen erfolgen ausschließlich auf Solo-Basis.
- Ziel: „Define once, report once".
Was ist BIRD?
Die Lösung: Ein von der EZB bereitgestelltes Datenmodell (Input Layer). Es beschreibt exakt, wie Daten aus den operativen Bank-Systemen extrahiert und transformiert werden müssen, um IReF zu erfüllen.
Welche Meldungen IReF ablöst
IReF konsolidiert eine Reihe bestehender statistischer Meldungen in einem einzigen, granularen Framework. Für Banken bedeutet das: weniger Redundanz, aber höhere Datenanforderungen.
Wird durch IReF ersetzt
- •AnaCredit – Granulare Kreditdaten (bereits einzelgeschäftsbasiert)
- •BSI (Balance Sheet Items) – Bilanzstatistik der MFIs
- •MIR (MFI Interest Rate Statistics) – Zinsstatistik
- •SHS (Securities Holdings Statistics) – Wertpapierhalterstatistik
- •Nationale Statistiken – z.B. Bilanzstatistik der Bundesbank
Bleibt vorerst bestehen
- •FinRep – Financial Reporting (aufsichtsrechtlich)
- •CoRep – Common Reporting (Eigenmittel, RWA)
- •LCR / NSFR – Liquiditätsmeldungen
- •Geldmarktstatistik – MMSR
- •Zahlungsverkehrsstatistik
Integration in IReF langfristig über JBRC geplant
Das BIRD-Datenmodell im Detail
BIRD definiert eine standardisierte Zwischenschicht – den Input Layer (IL) – zwischen den operativen Quellsystemen einer Bank und dem Output Layer, der die fertigen Meldungen generiert. Der Input Layer beschreibt exakt, welche Datenattribute in welcher Granularität und Struktur vorliegen müssen.
Die Herausforderung für Banken liegt im Mapping: Jedes Institut muss seine individuellen Quellsysteme (Kernbanksystem, Treasury, Kreditrisikosysteme) auf den BIRD Input Layer abbilden. Diese Transformation erfordert tiefes Verständnis sowohl der bankinternen Datenlandschaft als auch des BIRD-Schemas – genau die Kombination aus Fach- und IT-Kompetenz, die wir bei Regnova bieten.
Typische Herausforderungen bei der BIRD-Umsetzung:
Datenverfügbarkeit
Viele der von BIRD geforderten Attribute (z.B. Fair Values auf Einzelgeschäftsebene, Sicherheiten-Details) existieren oft nicht in der erforderlichen Granularität in den Quellsystemen.
Historisierung
IReF erfordert eine lückenlose Historisierung von Geschäftsdaten. Bestehende Data Warehouses müssen häufig um temporale Dimensionen erweitert werden.
Datenvolumen & Performance
Der Übergang von aggregierten Formularen zu granularen Einzelgeschäftsdaten lässt das Datenvolumen explodieren. Klassische relationale Datenbanken stoßen hier an ihre Grenzen; moderne, extrem skalierbare DWH-Architekturen (bis hin zu Cloud-Lösungen) werden zur Pflicht.
Datenqualität
Auf Einzelgeschäftsebene werden Datenqualitätsprobleme sichtbar, die in aggregierten Meldungen verborgen blieben. Validierungsregeln müssen grundlegend überarbeitet werden.
Unser Beratungsansatz für IReF & BIRD
- Gap-Analyse & Vorstudie: Wir vergleichen Ihr aktuelles Data Dictionary mit den jeweils aktuellsten Releases des BIRD-Datenmodells (SMC - Statistical Reporting). Wir identifizieren fehlende Attribute, Datenqualitätsprobleme und Lücken in der Historisierung.
- Datenmapping & Modellierung: Fachliche und technische Konzeption der Transformationsregeln. Wir mappen Ihre Quellsysteme auf den BIRD Input Layer (IL) und sorgen für eine saubere Data Lineage.
- Anpassung der BI-Architektur: IReF erfordert massive Datenvolumina. Wir unterstützen beim Design performanter ETL-Strecken und skalierbarer Datenmodelle im Data Warehouse – auch im Hinblick auf potenzielle Cloud-Anforderungen.
- Strategische Roadmap: Entwicklung eines realistischen Umsetzungsplans basierend auf den aktuellsten Zeitplänen der EZB/Bundesbank. Wir helfen bei der Budgetierung, um rechtzeitig „Test-Ready" zu sein.
Häufige Fragen zur IReF-Umstellung
Was ist IReF und warum wird es eingeführt?
Das Integrated Reporting Framework (IReF) ist eine Verordnung der EZB, die das statistische Meldewesen grundlegend reformiert. Statt aggregierter Meldeformulare müssen Banken künftig granulare Einzelgeschäftsdaten liefern. Ziel ist es, Redundanzen zwischen verschiedenen Meldungen (AnaCredit, BSI, MIR, SHS) zu beseitigen und eine einheitliche Datenbasis zu schaffen – nach dem Prinzip „Define once, report once".
Was ist das BIRD-Datenmodell?
BIRD (Banks' Integrated Reporting Dictionary) ist ein standardisiertes Datenmodell der EZB, das beschreibt, wie Banken ihre operativen Daten strukturieren und transformieren müssen, um IReF-konform zu melden. BIRD definiert den sogenannten Input Layer (IL) – eine Zwischenschicht zwischen den Quellsystemen der Bank und dem Output Layer, der die eigentlichen Meldungen erzeugt. BIRD ist formal freiwillig, aber faktisch ein De-facto-Standard.
Ist die Nutzung von BIRD verpflichtend?
Nein, BIRD ist formal freiwillig. Allerdings ist IReF (das Meldeformat) verpflichtend. Da IReF und BIRD perfekt aufeinander abgestimmt sind, ist eine Umsetzung ohne BIRD faktisch kaum effizient möglich. Wir empfehlen dringend, sich am BIRD-Datenmodell zu orientieren, da es den Transformationsaufwand zwischen Quellsystemen und Meldung erheblich reduziert.
Welche bestehenden Meldungen werden durch IReF ersetzt?
IReF ersetzt im ersten Schritt die statistischen Meldungen: AnaCredit (granulare Kreditdaten), BSI (Bilanzstatistik), MIR (Zinsstatistik), SHS (Securities Holdings Statistics) sowie nationale Statistiken wie die Bilanzstatistik der Bundesbank. Das aufsichtsrechtliche Meldewesen (FinRep, CoRep) bleibt vorerst bestehen, eine Integration ist aber langfristig über das JBRC geplant.
Wann startet IReF für Banken?
Der offizielle Go-Live ist für Q4 2029 angesetzt. Wichtig für die IT-Planung: Dem Go-Live ist eine einjährige Pilotphase (ab Ende 2028) vorgeschaltet. Die Systeme müssen also deutlich früher „Test-Ready" sein. Wir empfehlen dringend, jetzt mit der Analyse der Data-Warehouse-Architektur zu beginnen.
Was muss unsere Bank jetzt tun, um sich auf IReF vorzubereiten?
Drei Schritte sind entscheidend: Erstens eine Gap-Analyse, die Ihr aktuelles Datenmodell mit den BIRD-Anforderungen vergleicht. Zweitens die Identifikation fehlender Datenattribute und Historisierungslücken. Drittens die strategische Planung der DWH-Erweiterung, um die enormen Datenvolumina granularer Meldungen verarbeiten zu können. Wir begleiten alle drei Phasen.
Brauchen wir ein neues Data Warehouse für IReF?
Nicht zwingend, aber Ihre bestehende DWH-Architektur muss in der Regel erheblich erweitert werden. IReF erfordert deutlich granularere Daten als bisherige Meldungen, was zu höheren Datenvolumina und komplexeren Transformationslogiken führt. Wir analysieren Ihre bestehende Infrastruktur und entwickeln einen Migrationspfad – ob On-Premise-Erweiterung oder Cloud-Migration.
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